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Die Falsche Lorchel (Gyromitra esculenta) ist ein Ascomycet aus der Familie der Discinaceae. Sie ist bekannt für ihre hirnähnliche, unregelmäßig gelappte Kappe und ihre frühe Erscheinung im Frühling. Trotz ihres historischen Namens 'Speiselorchel' und der Tatsache, dass sie in einigen Regionen nach aufwendiger Zubereitung konsumiert wurde, gilt sie heute als hochgiftig und potenziell tödlich. Ihr Haupttoxin, Gyromitrin, ist ein Hydrazin-Derivat, das hitzestabil ist und sich im Körper zu Monomethylhydrazin (MMH) zersetzt, einem starken Gift, das das zentrale Nervensystem, die Leber und die Nieren schädigt.
Wie man identifiziert
- Hut
- Der Hut ist 3-15 cm breit und 3-10 cm hoch, unregelmäßig geformt, oft hirnartig gewunden oder gelappt, mit tiefen Furchen und Falten. Die Farbe variiert von rotbraun über kastanienbraun bis dunkelbraun. Die Oberfläche ist matt und leicht samtig. Der Hut ist hohl und mit dem Stiel verwachsen.
- Lamellen
- Keine Lamellen vorhanden, da es sich um einen Schlauchpilz handelt. Die Sporen werden auf der Oberfläche des Hutes (Hymenophor) gebildet.
- Stiel
- Der Stiel ist 3-10 cm lang und 1-5 cm dick, unregelmäßig geformt, oft gedrungen, hohl und weißlich bis blassbraun, manchmal mit rötlichen oder bräunlichen Flecken. Er ist oft gerippt oder gefurcht und mit dem Hut verwachsen.
- Fleisch
- Das Fleisch ist dünn, wachsartig, brüchig und weißlich bis blassbraun. Es hat einen schwachen, angenehmen Geruch, der manchmal als fruchtig oder pilzartig beschrieben wird, und einen milden Geschmack (nicht zur Verkostung empfohlen!).
- Fruchtkörper
- Der Fruchtkörper ist unregelmäßig geformt, hohl und besteht aus einem Hut und einem Stiel. Die gesamte Struktur ist brüchig.
- Lebensraum
- Die Falsche Lorchel wächst saprobiontisch oder möglicherweise schwach mykorrhizisch, bevorzugt auf sandigen Böden, oft in Kiefernwäldern, aber auch unter Laubbäumen wie Espen oder Birken. Sie kann auch an Waldrändern, auf Lichtungen oder an Wegrändern gefunden werden.
Wichtige Fakten
- Hutoberfläche: Hirnartig gewunden, gelappt, faltig
- Wuchsform: Einzeln oder in kleinen Gruppen
- Sporenabdruck: Weißlich bis blassgelblich
- Körperfarbe: Rotbraun, kastanienbraun, dunkelbraun (Hut); weißlich bis blassbraun (Stiel)
- Geruch: Schwach, angenehm (nicht zur Geruchsprobe empfohlen!)
- Verfärbung beim Anschnitt: Nicht zutreffend
- Höhe: 5-20 cm
- Hutdurchmesser: 3-15 cm
- Nährstoffaufnahme: Saprobiontisch oder schwach mykorrhizisch
Giftig
TödlichDie Falsche Lorchel ist hochgiftig und potenziell tödlich. Sie enthält Gyromitrin, das im Körper zu Monomethylhydrazin (MMH) metabolisiert wird. MMH ist ein starkes Gift, das das zentrale Nervensystem, die Leber und die Nieren angreift. Symptome einer Vergiftung können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Krämpfe und in schweren Fällen Leberversagen, Nierenversagen, Koma und Tod umfassen. Die Latenzzeit kann 6-12 Stunden betragen, manchmal auch länger. Selbst nach wiederholtem Abkochen und Lüften, wie es früher praktiziert wurde, bleiben Restmengen des Toxins erhalten, und es besteht die Gefahr einer chronischen Vergiftung oder akuter Vergiftung bei empfindlichen Personen. Das Dämpfen oder Kochen setzt zudem giftige Dämpfe frei, die eingeatmet werden können.
Schnellcheck
- Geruch: Schwach, angenehm pilzartig (nicht zur Geruchsprobe empfohlen!)
- Fruchtung: März bis Mai
- Substrat: Sandige Böden, oft unter Kiefern
Wo zu finden
Nadelwälder
Besonders in Kiefernwäldern auf sandigen Böden.
Laubwälder
Gelegentlich unter Espen, Birken oder anderen Laubbäumen.
Waldränder und Lichtungen
Oft an gestörten Standorten oder offenen Flächen im Wald.
Suchtipps
Saison
Erscheint sehr früh im Frühling, oft schon im März und April, manchmal bis in den Mai hinein, kurz nach der Schneeschmelze.
Bodenbeschaffenheit
Bevorzugt sandige, nährstoffarme Böden.
Verwechslungsgefahr
Achten Sie auf die Unterscheidung zu echten Morcheln (Morchella spp.), die eine wabenartige, grubige Hutoberfläche haben und deren Hut nicht hirnartig gewunden ist. Echte Morcheln sind innen hohl, aber ihre Hut- und Stielwände sind dünner und die Struktur ist regelmäßiger. Die Böhmische Verpel (Verpa bohemica) hat einen glockenförmigen, faltigen Hut, der nur an der Spitze mit dem Stiel verwachsen ist und frei herabhängt.
Ähnliche Arten
Spitzmorchel
Pilz
Auch bekannt als: Morchella elata
Speisemorchel
Pilz
Auch bekannt als: Morchella esculenta
Böhmische Verpel
Pilz
Auch bekannt als: Verpa bohemica
Riesenlorchel
Pilz
Auch bekannt als: Gyromitra gigas
Wissenschaftliche Klassifikation
- Stamm
- Ascomycota
- Klasse
- Pezizomycetes
- Ordnung
- Pezizales
- Familie
- Discinaceae
- Gattung
- Gyromitra
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